Johanna - *+ 17.03.2007












Sterneneltern

Sterneneltern heißen wir,
denn unser Kind verloren wir.
Viel zu früh ist es gegangen,
kaum dass sein Leben angefangen...

Wie alt es war? Das ist nicht wichtig!
Wie groß, wie schwer – auch das ist nichtig!
Es war unser geliebtes Kind
und bleibt's, bis wir gegangen sind.

Wisst, wir spüren stets die Schmerzen.
Die Wunde klafft in unseren Herzen.
Drum sagt nichts von den schlimmen Dingen,
die dolchstoßgleich in's Herz uns dringen:

"Warum jammert ihr denn so?
Es war doch nur ein Embryo!
Wer weiß, wozu es gut gewesen,
dass es Euch verließ – dies Wesen...

Ihr seid noch jung, könnt andere haben
und Euch an Kinderlachen laben!
So lang ist's her, seit es geschehn –
Ihr müsst nun endlich vorwärts sehn..."

Schweigt lieber, statt sowas zu sagen.
Das hilft uns nicht in tausend Tagen,
auch wenn es von Euch gut gedacht,
weil Ihr Euch um uns Sorgen macht.

Glaubt uns, könnt Ihr's auch nicht ermessen –
wir werden es niemals vergessen!
Es totzuschweigen schmerzt uns so sehr,
vergrößert unser Leid noch mehr...

Wollt Ihr uns echte Hilfe bringen,
lasst seinen Namen hell erklingen!
Lasst uns reden, helft uns trauern,
reißt mit uns ein die Schweigemauern!


Aus "Das Land der Sternenkinder",
Gedichte für trauernde Eltern
von Ralf Korrek
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